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KollagenStudien

Kollagen: Ist seine Wirksamkeit wirklich bewiesen?

Im Erwachsenenalter beginnt unser Körper, weniger Kollagen zu bilden. Dieser Prozess, der um das 30. Lebensjahr einsetzt und sich mit etwa 40 Jahren beschleunigt, führt unweigerlich zu sichtbaren Zeichen der Alterung. Der Kollagenverlust ist zwar ein natürlicher Vorgang, doch auch andere Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und die eigene Lebensweise führen zu mehr oder weniger ausgeprägten Alterserscheinungen. Die geringe Kollagenbildung kann dann Beschwerden und Schmerzen verursachen.

Um dem entgegenzuwirken, ergänzen viele Menschen ihre Ernährung mit einer zusätzlichen Kollagenzufuhr. Aber ist das wirklich wirksam?

Ein lächelndes Seniorenpaar, das sich an einem Ast festhält

Ist die Wirksamkeit von Kollagen wirklich bewiesen?

Ja, heute beweist die Wissenschaft, was unsere Vorfahren schon seit sehr langer Zeit wussten. Im 12. Jahrhundert gab die Benediktinerin Hildegard von Bingen folgende Empfehlung: «Wer einen stechenden Schmerz in den Gelenken verspürt … soll oft reichlich gekochte Kalbsfüße mit Fett und Haut essen. Dies wird den Schmerz rasch vertreiben».

In den letzten 30 Jahren haben zahlreiche In-vitro-, In-vivo- und klinische Studien nur bestätigt, was Hildegard von Bingen schon vor 900 Jahren wusste: Kollagen (das in gekochten, gallertartigen Kalbsfüßen in großer Menge enthalten ist) ist nicht nur gut für die Haut, sondern auch für gesunde Gelenke.

Ebenso empfehlen immer mehr Ärzte, die sich für Naturprodukte interessieren, Kollagen zur Versorgung des Knorpels, denn heute gibt es endlich Belege dafür. Ein gut verwertbares Kollagen kann das Wachstum von neuem Knorpel in den Gelenken anregen.

Was die Studien sagen

Zahlreiche seriöse Studien befassen sich mit den positiven Wirkungen von Kollagen auf den Körper.

In einer In-vitro-Studie des Labors Atlantic Bone Screen im französischen Nantes (1) wurden primäre Knorpelzellen (Chondrozyten) 8 Tage lang in Gegenwart unterschiedlicher Konzentrationen eines Kollagenpeptids kultiviert. Das Peptid regte die Gelenkzellen deutlich zur Bildung von Kollagen Typ 2 an.

Die kürzlich von Roland Moskowitz (2), Professor für Orthopädie an der Case Western University in den USA, durchgeführte Forschung untersuchte 400 Patienten mit arthritischen Knien. Einige erhielten ein Placebo, während andere mit Kollagen behandelt wurden. Die zweite Gruppe zeigte eine signifikante Schmerzlinderung und eine Verbesserung der Gelenkmobilität. 93 % von ihnen erzielten positive Ergebnisse, manche schon nach zwei Wochen.

Eine Studie zeigte die positiven Wirkungen von Kollagen in Form von Peptiden bei Symptomen chronischer Fibromyalgie und bei Gelenkschmerzen.

Nachdem ein Patient berichtet hatte, dass ein Kollagenpräparat seine Fibromyalgie-Symptome wirksam gelindert hatte, beschloss Dr. Gary Olson D.D.S., praktizierender Arzt am Medical College of Milwaukee in Wisconsin, eine Studie über Kollagenhydrolysat als Nahrungsergänzung zur Behandlung der Symptome chronischer Fibromyalgie und von Gelenkschmerzen durchzuführen (3).

Die Studie umfasste 20 Patienten, bei denen seit mindestens 2 bis 15 Jahren ärztlich Fibromyalgie diagnostiziert worden war. Sie nahmen an einer 90-tägigen Auswertung teil, um die Wirkung dieses Kollagens auf die Symptome der Fibromyalgie und auf Gelenkschmerzen zu bestimmen. Die Teilnehmenden wurden zu Beginn der Studie und danach 30, 60 und 90 Tage nach Studienbeginn untersucht.

Alle Teilnehmenden waren Mitglieder der Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie und chronische Müdigkeit in Rapids Wisconsin. Keiner von ihnen hatte zuvor Kollagen eingenommen. Auch ihr Gesundheitszustand wurde untersucht. Während der Studie änderte niemand seine Medikamenteneinnahme, seine Ernährung oder seine Aktivitäten. Vor dem Schlafengehen sollten die Teilnehmenden einen Esslöffel Kollagen mit einem Glas Wasser einnehmen. In den 3 Stunden vor der Einnahme durften sie weder etwas essen noch etwas anderes trinken. Die Studie wurde im Winter durchgeführt, in den Monaten, in denen die Menschen am meisten leiden.

Ergebnisse der Gruppe:

  • Eine Verringerung der Schmerzen um insgesamt 25 %.
  • Eine Verbesserung des ununterbrochenen Schlafs um 25 %.
  • Außerdem ermöglichte es einen tieferen und damit erholsameren Schlaf.
  • Eine Verbesserung des Reizdarmsyndroms um 36 %.
  • Eine Verbesserung chronischer Kopfschmerzen um 34 %.
  • Die Morgensteifigkeit nahm um 32 % ab.
  • Das Gedächtnis und der kognitive Zustand verbesserten sich um 35 %.
  • Eine Verbesserung des Taubheitsgefühls um 11 %.

Dr. Milan Adam (4) betont im wissenschaftlichen Kompendium «Kollagenhydrolysat und seine Bedeutung für die Gelenkgesundheit», dass Kollagenhydrolysat nach den in der Praxis gesammelten Daten und den Studienergebnissen wirksam sein könnte:

1. Zur Verhinderung des Auftretens, der Verschlimmerung oder der Ausbreitung degenerativer Gelenkerkrankungen, vor allem bei Risikogruppen wie:

  • Ältere Menschen
  • Menschen, in deren Familien Gelenkerkrankungen aufgetreten sind
  • Übergewichtige Menschen und Menschen mit leichter Adipositas
  • Menschen, deren Beruf, Sport oder Hobby schwere körperliche Arbeit erfordert
  • Patienten mit bestehenden orthopädischen Problemen und Fehlstellungen der Gelenke
  • Menschen mit einer falschen Ernährung oder einer extremen Diät
  • In Wachstumsphasen
  • Während der Rehabilitation
  • Bei intensivem Training

2. Zur Unterstützung bei der symptomatischen Behandlung (Schmerzlinderung, Verringerung funktioneller Einschränkungen, Therapie) von:

  • Bestehender Arthrose, insbesondere (Coxarthritis, Gonarthritis, Polyarthritis der Finger- und Wirbelgelenke)
  • Anderen degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule (z. B. Morbus Scheuermann)
  • Chondropathie (z. B. Chondropathie der Kniescheibe)
  • Wachstumsstörungen
  • Folgen von Verletzungen
  • Schmerzen infolge übermäßiger Belastung der Gelenke

3. Zur Vorbeugung bestimmter Aminosäuremängel (Glycin, Prolin) bei:

  • Menschen mit chronischen Verdauungserkrankungen
  • Menschen, die verarbeitete oder industriell hergestellte Lebensmittel bevorzugen (z. B. jene, denen eine ausreichende Kollagenzufuhr fehlt)
  • Zur Optimierung der Ernährung

Die positiven Wirkungen von Kollagen

Diese erstaunlichen Ergebnisse sprechen dafür, dass die Zufuhr von Kollagen tatsächlich positive Wirkungen auf den Körper hat. Die Einnahme von Kollagen hat die Symptome offenbar sehr deutlich verringert. In der Gruppe gingen die Schmerzbeschwerden signifikant zurück, bei einigen Patienten sogar bemerkenswert stark.

Daraus lässt sich schließen, dass Menschen mit Fibromyalgie und Gelenkproblemen ihre chronischen Symptome durch die Einnahme von Kollagen verringern können. Die Teilnehmenden waren von Anfang an skeptisch. Es ist unwahrscheinlich, dass die berichteten Verbesserungen auf die Erwartung einer positiven Wirkung zurückzuführen sind.

Die meisten Teilnehmenden hatten schon viele andere Behandlungen ausprobiert, hatten aber wenig Hoffnung auf eine künftige Besserung.

Natürlich würden weitere Studien helfen, die Wirksamkeit von Kollagen bei der Linderung von Fibromyalgie-Symptomen und Gelenkschmerzen zu untermauern. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass Kollagen ein für das Gleichgewicht dieser Gelenkfunktionen höchst unentbehrlicher Komplex aus Proteinen bzw. Aminosäuren zu sein scheint. Und dass eine regelmäßige Nahrungsergänzung eine echte Chance sein kann, wieder mehr Mobilität zu gewinnen.

Trotz der sehr positiven Ergebnisse wissenschaftlicher Studien darf eine zusätzliche Kollagenzufuhr keine Ausrede dafür sein, auf gesunde Gewohnheiten zu verzichten, die vor dem Kollagenabbau schützen können. Zum Beispiel kollagenhaltige Lebensmittel essen, ausreichend schlafen oder mit dem Rauchen aufhören.

Quellen

  1. https://www.atlantic-bone-screen.com
  2. Deal C, Moskowitz RW. Nutraceuticals as therapeutic agents in osteoarthritis: the role of glucosamine, chondroitin sulfate, and collagen hydrolysate. Rheum Dis Clin North Am 1999;25:379-95
  3. The effects of collagen hydrolysate on symptoms of chronic fibromyalgia and temporomandibular joint pain. Gary B. Olson, D.D.S.; Sue Savage, M.B.S.; JoAnn Olson, R.P.P. J Craniomandibular Practice; 2000
  4. Collagen hydrolysate and its relationship to joint health – A Scientific Compendium – Comments and Expert Opinions from a Clinical Point of View. Clinical Data on Collagen Hydrolysate. Milan Adam, M.D. 4.1: 62-63; 2004

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